Gesundheit und Umwelt

Gesundheitsgefährdung durch ein Krematorium in Wohnortnähe

Unsere berechtigten Warnungen vor Gesundheitsgefährdungen werden von der Stadtverwaltung komplett ignoriert und als Unsinn dargestellt. Eine Gesundheitsgefährdung sei ausgeschlossen, da die Grenzwerte der 27. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BimSchV) eingehalten würden.
(http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_27/ )

Diese Grenzwerte sind nicht mehr zeitgemäß. Dies ist auch dadurch belegt, dass das Umweltbundesamt im Juli 2016 ein neues Forschungsprojekt in Auftrag gab. Dieses befasst sich aufgrund der steigenden Anzahl an Krematorien und Einäscherungen u.a. mit den Emissionswerten für Quecksilber, Gesamtstaub, Gesamtkohlenstoff sowie Dioxinen und Furanen um ggf neue Empfehlungen zu erstellen.
(UFO PLan, AZ: 30739/143, FKZ: 3716533021 des Umweltbundesamtes )
Auch das Umweltbundesamt hat begriffen, dass die bisher bestehenden Grenzwerte fragwürdig sind und neu überprüft werden müssen!

Interessante Daten sind auch in einer Zusammenstellung von Quecksilber-Emissionen von Krematorien in den USA (2012) zu finden. Es wird festgestellt, dass Krematorien eine gefährliche Quelle für Quecksilber-Emissionen in der Umgebung sind. Auch dort wird auf die steigende Anzahl von Krematorien und die dadurch erhöhte Emission von Quecksilber hingewiesen.

Quecksilber, freigesetzt aus Zahnamalgamfüllungen in Krematorien, ist ein hochtoxisches Schwermetall, das bei Inhalation in 2-3 Tagen im Gehirn nachzuweisen ist. Es ist sehr langlebig und wirkt hochgradig toxisch auf das zentrale Nervensystem. Auch die Europäische Akademie für Umweltmedizin (www.europaem.de ) weist auf diese Problematik im Zusammenhang mit Krematorien hin und führte mehrere Interviews mit Sachverständigen und Fachleuten.

Die interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. (www.igumed.de) forderte bereits in einer Presseerklärung, dass Grenzwerte von Umweltschadstoffen drastisch reduziert werden müssen, da alle bisherigen Grenzwerte auf der Grundlage von toxikologischen Einzelstoffmessungen durchgeführt wurden und die Vielfalt der Wechselwirkungen der vielen, verschiedenen Umweltschadstoffe nicht berücksichtigen. ( Umweltgifte )

Eine Arbeitsgruppe der Universität Oldenburg konnte nachweisen, dass sich verschiedene Schadstoffe in ihrer Giftwirkung verstärken.
(www.presse.uni-oldenburg.de/f-aktuell/96-232pm.htm ).
Diese wissenschaftliche Arbeitsgruppe fordert: „Kombinationswirkungen müssen bei der Ermittlung von Schadstoffgrenzwerten in Zukunft eine Rolle spielen, da alle üblichen Verfahren den realen Bedingungen nicht gerecht werden, so dass es zwangsläufig zu Unterschätzungen zwischen Umweltgiften und Erkrankungen kommt.“

In Krematorien findet sich eine Vielzahl von verschiedenen Schadstoffen, die in ihrer Gesamtwirkung auf den Organismus noch gar nicht erforscht sind, geschweige denn in Grenzwerten berücksichtigt werden. Der Verweis in der Bauakte auf die eingehaltenen Grenzwerte der 27. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzgesetz) und die Aussage, eine Gesundheitsgefährdung sei ausgeschlossen, halten wir daher für wissenschaftlich nicht haltbar.

Auch die Wissenschaft hat begriffen, dass im Bereich der Umweltschadstoffe noch viel Forschung nötig ist. Weitere Studien und Projekte zur Inhalationstoxikologie laufen aktuell.

Weiterer Forschungsbedarf besteht auch im Zusammenhang mit unterschiedlichen Erbanlagen bezogen auf die Entgiftungssysteme des Menschen. Manche Menschen reagieren sensibler auf Umweltschadstoffe und werden schneller krank als andere Menschen (Genetische Polymorphismen - Bundesverband der Umweltmediziner e.V ).
Weiterfürende Literatur: Schulz,T. 2006: Toxikogenetik und Toxigenomic.

Zusammengefasst können wir Bürgerinnen und Bürger der Stadt Xanten mit eigener Meinung und Verstand belegen, dass die Behauptung der Stadtverwaltung, eine Gesundheitsgefährdung durch Krematorien sei ausgeschlossen, FALSCH ist. Auch wenn Stadtverwaltung und Investoren auf die Ungefährlichkeit und auf das Bundesimmissionsschutzgesetz hinweisen, hat das Umweltbundesamt erkannt, dass weiterer Forschungsbedarf besteht.

Naturschutz

1000 m nordwestlich vom geplanten Krematorium liegt das Naturschutzgebiet Bislicher Insel, mit seiner einzigartigen Auenlandschaft und geschützten Tierarten.

Wasserschutzgebiet

In ca. 1500 m Luftlinie westlich vom geplanten Krematorium liegt das Grundwasserschtuzgebeit „Gindericher Feld“.
(https://wv-n.de/media/amtsblatt_20_karte_a3.pdf )

Hochwassergebiet

Die geplante Anlage liegt im Hochwasser gefährdeten Bereich.