Wirtschaft

Verdrängungswettbewerb

Im 20 km entfernten Rees wird mit Entschluss aus diesem Jahr ein Krematorium geplant und gebaut. Vergleicht man nun den Abdeckungsgrad (Willich, Duisburg, Dortmund, Rees) und die Kapazitäten, kann es sich bei dem Krematorium in Xanten nicht mehr nur um eine „Eigenbedarfsdeckung“ handeln.

Gefährdung von Arbeitsplätzen

Der Bau eines Großkrematoriums gefährdet viele Arbeitsplätze im aktuell existierenden Gewebegebiet. Es geht sogar so weit, dass ganze Firmen ihre Existenz verlieren könnten. So ist es möglich, dass der überregional agierende Lebensmittellogistiker seinen Standort aufgeben muss, zieht man die Möglichkeit in Betracht, dass Lebensmittel sowohl im Normalbetrieb aber erst recht im "Bypass-Betrieb" kontaminiert werden könnten.

Andere Gewerbe fürchten um Umsatzeinbußen, da vor allem Einzelhandel oder Hotelgewerbe von ihrer Laufkundschaft abhängig sind.

Setzen wir nun die aktuelle Anzahl an Arbeitnehmern, die in den umliegenden Gewerbebetrieben sowie in der Xantener Tourismusbranche ins Verhältnis zu den neuen Arbeitsplätzen, welche durch das Krematorium entstehen könnten, bildet sich ein deutliches Ungleichgewicht. Eine hohe zweistellige Zahl an Arbeitsplätzen steht auf dem Spiel im Vergleich zu den weniger als zehn potentiellen Krematoriumsjobs.

Gefährdung von Zuschüssen

Die Stadt Xanten gefährdet eine enorme Summe an Zuschüssen und Kurtaxen, wenn ihr durch den Bau des Industrie-Krematoriums der Titel „Luftkurort“ aberkannt werden sollte: 4 Millionen Euro aus Landeszuschüssen (https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/land-foerdert-tourismusprojekt-xanten-mit-43-millionen-euro" ) sowie Kurtaxen in Höhe von rund 80.000 Euro (https://www.rathaus-xanten.de/C12570F8004E8139/files/haushalt_2016_entwurf.pdf/$file/haushalt_2016_entwurf.pdf?OpenElement ).

Wertminderung des Grundes

Der Bau eines dauerbetriebenen Industrie-Krematoriums führt dazu, dass der Wert von Eigentumsobjekten in Xanten und umliegenden Gemeinden wie z.B. Menzelen, Ginderich, Büderich usw. sinkt. Diese Entwertung bezieht sich aber nicht nur auf persönliches Vermögen von privaten Eigentümern, es führt auch zu einer Wertminderung der städtischen Baugrundstücke.

Entgegen der Aussage von Bürgermeister Görtz gibt es sehr wohl in der näheren Umgebung Wohngebiete. Eines davon ist das Neubaugebiet Wintjeskath / Carl-Verführt-Straße, welches erst zu einem Drittel erschlossen ist. Hierdurch wird also städtisches Vermögen substanziell geschädigt und im Wert geschmälert.

Imageschaden für den Luftkurort

Die Inbetriebnahme eines Hochleistungskrematoriums im Stadtgebiet wird das Image des Luftkurortes Xanten substanziell und nachhaltig schädigen. Im Falle der Aberkennung des Prädikates „Luftkurort“ wären die rückgängigen Einnahmen und die wegfallenden finanziellen Zuschüssen nicht wieder auszugleichen.

Regressanspruch - grobfahrlässiges Risiko

Mittlerweile wurde Klage gegen das Bauvorhaben eingereicht. Sollte sich diese als erfolgreich erweisen, kann der Investor im Gegenzug Klage einreichen und seine bisher entstandenen Aufwendungen einfordern. Gesetzt den Fall, dass die Stadt Xanten dem Investor das Grundstück verkauft haben sollte und der Investor beginnt mit dem Bau seiner Anlage, wären die Regressanforderungen dementsprechend hoch. In diesem Fall würde die Verwaltung mit dem Verkauf des Grundstücks grobfahrlässig und mit Vorsatz handeln, da sie bereits vor der Hauptausschusssitzung darüber informiert wurde, dass es eine Klage gegen das Bauvorhaben geben wird. Die Frage ist, ob die Stadt Xanten dieses Risiko einfach so hinnimmt und wer für zu erwartende Regressforderungen aufzukommen hätte - mit großer Wahrscheinlichkeit die Steuerzahler.